BO Erziehung leben

Das ABC gleichwürdiger Erziehung

bedürfnisorientiert. beziehungsorientiert. bindungsorientiert. (attachment parenting)

Was bedeutet Bo-Erziehung?

BO steht in erster Linie für eine bedürfnis- und beziehungsorientierte Haltung im Umgang mit Kindern und in der Familie. Doch zusätzlich findet sich auch immer häufiger der Begriff der bindungsorientierten Elternschaft, oft auch 'attachment parenting' genannt.

Allen gemein ist sicherlich, dass nicht nach bestimmten Methoden 'erzogen' wird.

Es gibt nicht die eine pauschale Lösung für Herausforderungen im Alltag mit Kind.

Vielmehr steht der Blick auf die Beziehung/Bindung zum Kind und die Bedürfnisse der Familienmitglieder im Zentrum für unsere Entscheidungen und unser Vorgehen in allen Interaktionen mit dem Kind. 

Einen ausführlichen Artikel dazu,

wie Du in eine richtig gute Beziehung

zu Deinem Kind kommst,

findest Du hier.

Blog: 5 Schritte in eine richtig gute Beziehung zum Kind

Wie erziehe ich bedürfnisorientiert?

Hier möchte ich als Allererstes ein großes Missverständnis der bedürfnisorientierten Erziehung aufklären:

Es geht nicht nur um die Bedürfnisse der Kinder.

Es geht nicht darum, dem Kind immer und überall sofort alle Bedürfnisse zu erfüllen.

Sondern es geht darum, die Bedürfnisse aller Personen aus der Gemeinschaft gleichermaßen im Blick zu haben. Alle Bedürfnisse anzuhören und ernst zu nehmen.

Im zweiten Schritt geht es darum, zu besprechen, was jeder jetzt bräuchte, um diese zu erfüllen.

Probier' es einmal aus, Du wirst erstaunt sein, wie bereitwillig wir unsere Bedürfnisse auch mal zugunsten der Bedürfnisse anderer zurückschrauben, wenn wir  nur wissen, wie es dem anderen gerade geht.

Und nicht zuletzt geht es natürlich um Grenzen. Es geht darum seine persönlichen Grenzen aufzuzeigen, und die machen besonderen Eindruck, wenn sie auf Basis unseres aktuellen Bedürfnisses gesetzt werden. 

Blog: Grenzen setzen, der goldene Schlüssel zum Familienglück

Einen ausführlichen Artikel darüber,

wie Du Grenzen persönlich aufzeigst,

findest Du hier.


Wie erziehe ich beziehungsorientiert?

"Eigentlich geht es doch immer um Beziehung.", sagte Mathias Voelchert (Gründer von familylab Deutschland) in einem unserer ersten Gespräche.

Wenn wir in Beziehung gehen, braucht es keine Erziehung mehr.

Es braucht keinen Druck durch Belohnungen und Bestrafungen.

Und das gilt nicht nur für 'zu Hause' sondern ebenso in Tagespflege, Kita und Schule.

Um in Beziehung zu gehen, braucht es für mich im Wesentlichen diese 5 Dinge:

  1. Dialog: Gespräche auf Augenhöhe. Gespräche, in denen ich bei mir bleibe. Gespräche, an deren Ende es keine Gewinner und Verlierer gibt, kein 'richtig' oder 'falsch'.
  2. Interesse: Echtes Interesse, kein Verhör. Der wirkliche Wunsch, die Welt so zu verstehen, wie mein Kind sie gerade sieht.
  3. Neugierde: Und zwar nicht die bohrende. Nicht die Neugier, die mich ins Tagebuch meines Kindes schauen lässt. Sondern die Neugierde, Perspektiven zu wechseln und den Wunsch wirklich zu verstehen, was unser Kind antreibt, welche Bedürfnisse, Sorgen und Wünsche es umtreiben.
  4. persönliches Feedback: Sagen, wie meine Sicht auf die Dinge ist, ohne mein Kind für sein Sicht der Dinge 'falsch zu machen'.
  5. Anerkennung: Sehen was ist, statt zu bewerten. Lobe weniger, sieh' mehr!

Einen ausführlichen Artikel dazu,

wie Du in eine richtig gute Beziehung

zu Deinem Kind kommst,

findest Du hier.

Blog: 5 Schritte in eine richtig gute Beziehung zum Kind

Was ist attachment parenting oder die bindungsorientierte Erziehung?

'Attachment parenting' ist der englische Begriff für die bindungsorientierte Erziehung.

Sie zielt in erster Linie auf die frühe Kindheit ab, in der die wichtige Bindung zu mindestens einer Bezugsperson, meist den Eltern, (hoffentlich) entsteht.

Ist eine sichere Bindung gelungen, steht im Umgang mit Kindern und in der Familie dann die Qualität der Beziehung im Vordergrund.

Laut neuester Studien gelten in Europa rund 60% der Kinder heute als 'sicher gebunden'.

Eine sichere Bindung ist die Basis für die Ausbildung von Urvertrauen.

Eine gute Bindung ist die Basis dafür, dass das Kind Schritt für Schritt selbstständiger werden mag und ein gutes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen entwickelt.

Insgesamt ist es das Vertrauen in sich, in seine Bezugspersonen und die Welt.

Dazu hat sich einiges am 'Erziehungshimmel' getan.

Viele Kinder werden heute wieder mehr getragen anstelle im Kinderwagen geschoben zu werden. Das Familienbett ist gesellschaftsfähig geworden und wir wissen, dass es nicht die Lungen stärkt, wenn wir ein Baby schreien lassen.

Mit dem Blick auf die Bedürfnisse ist es uns für die ersten 12 bis 18 Monate bewusst, dass die Bedürfnisse des Säuglings/Babys im Vordergrund stehen.

Mit Eintritt in die erste Autonomiephase, leider besser bekannt als die Trotzphase, beginn eine erste Ablösung des Kindes von der/den Bezugsperson/en.

Jetzt ist es für alle Interaktionen entscheiden, die tragende Beziehung zum Kind zu gestalten. 

Blog: die Trotzphase

Einen ausführlichen Artikel über

die erste Autonomiephase und Trotzphase,

findest Du hier.


Was bedeutet Beziehung statt Erziehung?

Lasst uns einmal unterscheiden:

Was verstehen wir in der BO unter Erziehung?

"Du bist ok, wie Du bist, erst recht, wenn Du bist, wie ich es will!"

Wie das Zitat es sagt, Erziehung ist ein bewertendes System; nicht selten defizitorientiert.

Dieses System/dieser Mechanismus erzeugt Druck.

Dazu möchte ich den Neurobiologen Gerald Hüther zitieren, der beschreibt, dass wir uns bei (starkem) Druck von unseren Emotionen lösen müssen.

Das bedeutet, dass wir den Kindern beibringen, ihre Gefühle zu ignorieren.

Früher dachte man, man müsse Kinder belohnen und bestrafen, damit sie mitmachen.

Damit sie so werden, wie man es möchte. 

Und es besteht noch so oft dieses alte Bild vom Menschen.

Das Bild, das davon ausgeht, wir müssten Kindern Schmerzen zufügen, damit sie etwas lernen.

Dann hört man Sätze, wie: "Das muss es doch zu spüren kriegen." oder "Jetzt braucht es aber 'Konsequenzen':"

Wobei mit Konsequenzen dann doch meist eher Strafen gemeint sind.

Jetzt mag man meinen, dass Belohnungen eine gute Alternative zu Strafen sein könnten.

Doch wenn ich über Belohnungen erziehe, schaffe ich Abhängigkeiten.

Wenn ich über Bestrafungen erziehe, erziehe ich über Angst.

Das Kind lernt, was sich gehört und was sich nicht gehört. 

Doch es lernt nichts über sich und seine Mitmenschen.

Es lernt nichts über die persönlichen Grenzen seiner Bezugspersonen und seine eigenen Grenzen.

Das kann es nur lernen, wenn wir in Beziehung gehen, wenn wir in Kontakt kommen!

Einen ausführlichen Artikel zum Thema

'Belohnen & Bestrafen'

findest Du hier.

Blog: Belohnen & Bestrafen

Was bedeutet in der BO die Beziehung?

"Du bist so, wie Du bist, und allein deshalb, weil Du bist, in Ordnung!"

Wenn wir in Beziehung kommen, gibt es keine Erziehung mehr.

Wenn wir mit Interesse und gesunder Neugierde wirklich versuchen, in die Welt unserer Kinder einzutauchen.

Beginnen zu verstehen, wer diese Menschen sind, was sie umtreibt und wie sie Situationen sehen und beurteilen, dann öffnet sich ein Raum auf Augenhöhe, der Konflikte in Verbindung lösen lässt, und der uns das ein oder andere Mal mächtig überraschen wird.

Denn Kinder wollen nichts mehr, als uns zu gefallen. Sie wollen so sein wie wir, ahmen uns nach. Sie kooperieren viel mehr, als wir es oft sehen können.

Und kooperieren sie nicht, dann haben sie häufig schon so viel kooperiert, dass sie sich jetzt dringend um sich kümmern müssen.

'Aus Erziehung wird Beziehung' oder 'Beziehung statt Erziehung' bedeutet also, dass wir uns von der Methode der Konditionierung verabschieden, weil wir darauf vertrauen können, dass wir uns in tragenden Beziehungen zu Persönlichkeiten mit siicherer Bindung und einem gesunden Selbstwertgefühl entwickeln.

dänischer Erziehungswissenschaftler Jesper Juul

Dieser Blog wächst ständig und greift immer neue Fragen rund um das Thema BO Erziehung auf.

Handbuch für mehr Gelassenheit

Hallo! Ich bin Imke - Deine Familienexpertin.

Mit mir erlebst Du, wie BO Erziehung in Deiner Familie gelingt!

Ich begleite Dich in eine liebevolle Verbindung auf Augenhöhe zu Deinem Kind, in der Du die klare Führung behältst und Dein Kind in der Entwicklung kompetent begleitest.

Lass' uns kennenlernen und besprechen, wie ich Dich unterstützen kann. 

Imke Guzewski familylab-Seminarleiterin

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