Lob & Anerkennung

Warum Du starke Kinder mit einem gesunden Selbstwertgefühl durch Anerkennung und nicht durch Lob bekommst.

Eine meiner ersten Erkenntnisse bei der Lektüre von Jesper Juul: Um sich damit auseinander zu setzen, was unsere Kinder wirklich stärkt, lohnt die Differenzierung zwischen Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Lies' in diesem Beitrag, warum es so erhellend ist!

Was brauchen starke Kinder, um sich in der Gemeinschaft angenommen zu fühlen?

 

 

 

Unser Grundbedürfnis ist, uns wertvoll für

diejenigen zu erleben, die wir lieben.

 Jesper Juul

Wie stille ich das Bedürfnis, gesehen zu werden?

Kleine Kinder wissen, dass sie ein Bedürfnis haben, gesehen zu werden.

Wenn die anderthalbjährige Katharina mit ihrer Mutter auf dem Spielplatz ist und oben auf der Rutsche sitzt, ruft sie „Mama, guck mal!“ Die meisten Eltern werfen ihren Kindern einen mehr als wohlwollenden Blick zu und geben ihnen noch mehr als diese haben wollen.

Viele rufen ihnen aufmunternde und lobende Worte zu: „Ja, wie toll Du das machst!“.

 

Das ist lieb gemeint, wir Eltern sind ja auch so stolz auf all das, was unsere Kleinen so schnell lernen.

Loben wir das Kind in dieser Situation, geben wir ihm jedoch nicht das, was das Bedürfnis, gesehen zu werden, befriedigt. Denn das Lob bezieht sich auf eine Leistung.

Wertvoll fühlen wir uns jedoch dann, wenn wir unabhängig von Leistungen, die wir erbringen, gesehen werden. Wenn wir uns so angenommen fühlen wie wir sind.

Du bist, so wie Du bist, und ganz allein, weil Du bist, in Ordnung.

  

Was rufe ich also meinem Kind auf der Rutsche zu, damit es sich gesehen fühlt?

Ich könnte winken, Freude zeigen (authentisch!) und einfach „Hallo“ rufen.

Was ist das Selbstwertgefühl im Unterschied zum Selbstbewusstsein?

Für mich ist die Differenzierung sehr wertvoll, wird doch im allgemeinen Sprachgebrauch lediglich vom Selbstbewusstsein gesprochen. Das Selbstbewusstsein ist gekoppelt an Leistungen. Es ist eine eher äußerlich erworbene Qualität und beschreibt, was ich kann und natürlich auch, worauf ich stolz sein kann. Dieses Gefühl stärken wir durch Lob.

 


Das Selbstwertgefühl hingegen beschreibt unsere pure Existenz. Es beschreibt unser Wissen und Erleben darüber, wer wir sind. Haben wir ein stabiles Selbstwertgefühl, spüren wir eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Wir haben das Gefühl uns durch und durch wohl zu fühlen. 

Ist unser Selbstwertgefühl eher gering, äußert sich dass in Unruhe und Unzufriedenheit mit uns selbst. 

Ich möchte das Lob gar nicht verteufeln. Wir Eltern sollten uns lediglich darüber im Klaren sein, dass es auch dazu führen kann, dass das Kind mehr und mehr Lob braucht, es sich schnell über die Leistung definiert und weniger in sich ruhen kann.

Gleichzeitig entwickelt es weniger Selbstgefühl, lernt nicht, auf sich zu vertrauen, bekommt das Gefühl, dass es nur „richtig“ ist, wenn es bestimmte Dinge leistet. 

Welche Bedeutung hat die Anerkennung?

Die Anerkennung ist genau das, was unsere Kinder und auch wir Erwachsenen brauchen, um uns rundum wohl zu fühlen. Das Selbstwertgefühl verändert sich in quantitativer und qualitativer Form ein Leben lang.

 

Durch Anerkennung fühlen wir uns in dem, was wir gerade erleben und fühlen bestätigt.

Durch Anerkennung drücken wir unsere Liebe aus.

 

Rufst Du Deinem Kind auf der Rutsche ein freudiges "Hallo" zu, fühlt es sich gesehen.

Möchtest Du ihm noch mehr geben, lies in seinem Gesicht. Ist es stolz und freudestrahlend, kannst Du in etwa sagen: "Hallo! Das macht bestimmt Spaß!" oder wenn Dein Kind etwas ängstlich schaut: "Hallo! Das macht bestimmt Spaß...ist aber auch ein bisschen gefährlich, oder?"

Du fragst Dich, wie das im Alltag funktioniert?

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Hallo! Ich bin Imke - Deine Familienexpertin.

Ich liebe den Ansatz von Jesper Juul und unterstütze Eltern und Fachleute auf ihrem Weg in eine gleichwürdige Haltung mit Kindern. Dabei begleite ich sie raus aus alten Erziehungsmustern und rein in ein bindungsStarkes Familienleben.

 


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