Lies in diesem Blog - Artikel, welche Konsequenzen es haben kann, unseren Kindern nicht auf Augenhöhe zu begegnen.
Gleichwürdigkeit im Familienleben ist die Basis für tragende Beziehungen, die uns durch 'Dick & Dünn' tragen.
Jesper Juul ist der dänische Familientherapeut, der den Begriff der >>Gleichwürdigkeit prägte.
Über die Familienwerkstätten >>familylab leben seine Ideen weiter.
Es ist kein antiautoritärer oder 'laissze faire'-Ansatz!
Es geht um liebevolle Führung - wie ein Leuchtturm.
Im FAQ-Bereich am Ende dieses Blogartikels beantworte ich häufig gestellte Fragen. Hier bekommst Du konkrete Tipps für einen beziehungsorientierten Weg in Verbindung mit Deinem Kind.
Infobox zum Umgang mit Kindern auf Augenhöhe
- Augenhöhe vermitteln
Kinder, die einen Umgang auf Augenhöhe erleben, werden auf Augenhöhe mit anderen Menschen umgehen.
- Kinder sind Autodidakten
Sie lernen an unserem Vorbild.
- Kinder kopieren unsere Art, mit anderen Menschen umzugehen
auch und gerade den Umgang, den sie durch uns an sich selber erleben.
- Nutzen wir Erwachsenen beispielsweise 'wenn..., dann...'-Sätze, um unseren Willen durchzusetzen
werden die Kinder diese Strategie kopieren und mit uns oder ihren FreundInnen anwenden.
Inhaltsverzeichnis
5 mögliche Konsequenzen, wenn Du wenig mit Deinem Kind auf Augenhöhe bist
1. Konsequenz: Kinder, die uns wenig vertrauen
Wenn Kinder uns Erwachsenen wenig vertrauen können, fällt es ihnen schwer heikle Themen zu besprechen. Vielleicht haben sie all zu oft erfahren, was wir Erwachsenen für das einzig Richtige halten. Vielleicht haben sie erlebt, dass ihre Sicht auf die Dinge gar nicht gehört werden will.
Moral(predigten), ausschweifende Erklärungen oder gar Bestrafungsandrohungen oder 'Konsequenzen sind Gift für das Vertrauensverhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen.
Kinder brauchen es -wie alle Menschen-, dass wir sie unvoreingenommen und umfassend mit ihrer Sicht auf die Dinge, die Welt oder das Vorkommnis sehen.
Dabei können wir darauf vertrauen, dass Kinder sehr kompetent ihre eigenen Schlüsse ziehen.
Ja, sie wissen, dass der Tritt gegen das Schienenbein des Freundes nicht richtig war. Das brauchen wir ihnen nicht 'aufs Butterbrot zu schmieren'. Wir können mit ihnen reflektieren, was los war. Was ging im einen Kind vor, was waren die Absichten des anderen. Welche Gefühle und (unerfüllten) Bedürfnisse waren im Spiel.
Du darfst vertrauen, dass Dein Kind durch diese Erfahrungen und Reflexionen seine eigenen Schlussfolgerungen zieht und es wird Dir vertrauen.
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3 konkrete Schritte für einen authentischen Ausdruck.
3 Schritte, in denen wir uns gleichwürdig begegnen können.
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2. Konsequenz: Kinder, die lügen
Kinder lügen aus einem einzigen Grund. Sie lügen, wenn sie fürchten, dass Eltern mit der Wahrheit nicht gut umgehen.
So sagt es zumindest Jesper Juul und meine Erfahrungen aus den Beratungen von Eltern kann das absolut bestätigen.
Denn was bedeutet es, wenn die Kinder das Gefühl haben, wir könnten mit der Wahrheit nicht gut umgehen.
Es bedeutet, dass es mit Strafen rechnet, mit Besserwisserei, das Anliegen 'kleinreden' doer als lächerlich abzutun.
Gleichwürdigkeit bedeutet, dass wir all die Ideen und Anliegen und Gedanken unserer Kinder (und aller Mitmenschen) die gleiche Würde haben, gesehen und ernst genommen zu werden.
Und ein Anliegen ernst zu nehmen, anzuhören und das Kind mit seiner Idee wahrzunehmen, heißt ja noch lange nicht, dass ich den Wunsch erfüllen muss oder es gut finde, was das Kind getan hat.
Und alternativ zur 'Moralpredigt' oder 'Besserwisserei' gibt es das persönliche Feedback - eine Rückmeldung auf Augenhöhe, die nicht auf Einsicht pocht.
Vielleicht steckt hinter der Lüge eine der folgenden Ideen:
- Das Kind möchte einer Strafe entgehen.
- Das Kind möchte keine Moralpredigt über sich ergehen lassen.
- Das Kind hat bisher nicht die Erfahrung gemacht, dass dessen Sicht auf die Dinge ernsthaft angehört wird. Es bleibt möglicherweise ruhig (nicht erzählen kann auch als lügen angesehen werden) oder denkt sich etwas aus, was die Eltern hören mögen (ja, Kinder kooperieren immer).
- Kinder brauchen es dringend für ihren Lernprozess, Fehler zu machen und ihre eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Diese Besserwisserei, die wir Erwachsenen gerne über die Kinder ausgießen, hassen sie. Da lügen sie lieber: "War ich nicht!"
Ausnahme (Kindergartenalter):
Natürlich gehört auch das Lügen zum Lernfeld. Kinder probieren sich und ihre Wirkung aus. Sie lernen Interaktionen mit anderen Menschen. Da ist das Lügen manchmal einfach nur die neue Superkraft.
3. Konsequenz: Kinder erzählen wenig aus KiTa und Schule
Kinder wollen nicht verhört werden. Und sie möchten spüren, dass es uns wirklich ernst ist.
Die immer gleichen Fragen: "Wie wars?" oder "Was gabs zum Mittag?" langweilen sie und animieren sie nicht unbedingt zu antworten.
Wenn wir dann noch genervt werden und uns beschweren, dass das Kind ja nie etwas erzählt, dann wird die Beziehung sehr angespannt.
Begegnen wir uns mit echtem Interesse und gesunder Neugierde, hören wir aktiv zu und zeigen vor allem auch uns selbst, dann sind wir auf Augenhöhe.
4. Konsequenz: Kinder zeigen aggressives Verhalten
Aggressives Verhalten hat eine einzige Ursache:
Sie entsteht in Momenten, in denen wir uns nicht als wertvoller Teil der Gemeinschaft wahrgenommen fühlen.
Ich stimme absolut mit dieser Aussage aus dem Buch 'Aggression' von Jesper Juul überein.
Wertvoll für die Gemeinschaft fühlen wir uns dann, wenn unseren Ideen und Wünschen und Bedürfnissen mit gleicher Würde begegnet wird, wie den eigenen (>>Gleichwürdigkeit).
Aggression & Impulsivität passiert dann, wenn wir uns nicht wahrgenommen, nicht gehört oder falsch verstanden fühlen. Das können Grenzüberschreitungen sein oder ein Umfeld, was mich in die >>Überkooperation treibt.
Und das passiert im Alltag mit Kindern leider so schnell.
Wenn wir Erwachsene Streit schlichten und meinen ganz genau zu wissen, wer recht und unrecht hat.
Wenn wir Schuldige suchen und Bestrafungen nutzen.
Immer dann, wenn es uns nicht gelingt, wirklich echt und authentisch in die Einfühlung zu gehen.
Und genau in diesem Momenten verlassen wir die Augenhöhe, agieren nicht gleichwürdig.
Doch was Kinder (Menschen) mit aggressivem Verhalten ganz besonders brauchen, ist: Interesse an ihrer Sicht auf die Dinge, eine gesunde Neugierde, Dialoge & Anerkennung (Einfühlung) sowie persönliche Rückmeldungen.
Du bist in Deinem Alltag mit aggressivem Verhalten konfrontiert?
Dein Kind oder ein Kind in Deiner Einrichtung verhält sich immer wieder auffällig in Interaktionen mit anderen Kindern oder gegenüber Erwachsenen?
Dein Kind oder ein Kind in Deiner Einrichtung wird schnell impulsiv oder aggressiv?
Du wurdest schon von KiTa, Schule oder anderen Eltern darauf angesprochen?
Dann hilft Dir möglicherweise eher ein individueller Blick
Lass uns zu einem unverbindlichen Gespräch verabreden und besprechen, wie ich Dich unterstützen kann.
Wir finden gemeinsam heraus, ob es nur die Frustrationstoleranz ist, die sich gerade erst entwickelt, oder ob es mehr braucht.
Mein WegweiserGespräch findet online per zoom statt.
Ich nehme mir 30 Minuten für Dich und Deine Herausforderung Zeit.
5. Konsequenz: Kinder, die überangepasst sind
Jesper Juul sagte: "Wenn Kinder kein auffälliges Verhalten zeigen, bedeutet es nicht, dass es ihn auch gut geht."
Viele Kinder beugen sich dem Druck, den eine autoritäre Erziehung unweigerlich mit sich bringt.
Sie passen sich stärker an als es für sie gesund ist.
So werden Gefühle ignoriert und ein Gespür für eigene Bedürfnisse geht verloren.
Gerald Hüther sagt: "Unter starkem Druck müssen wir uns von unseren Gefühlen lösen."
Doch genau das benötigen wir ja im Leben so sehr, um gut für uns zu sorgen. Gefühle sind unser SWegweiser zu unseren Bedürfnissen. Nur, wenn wir unsere Bedürfnisse erkennen, können wir achtsam sein und gut für uns sorgen. Nur so können wir uns authentisch mit unseren persönlichen Grenzen zeigen.
Nur so kann ein authentischer und gleichwürdiger Kontakt mit anderen Menschen entstehen.
Nur wer sich gut spürt kann ein gutes Gespür für andere entwickeln.
Nur wer erfährt, dass die >>eigenen Grenzen gesehen, ernst genommen und in vielen Fällen gewahrt werden, kann Grenzen anderer ernst nehmen und lernt damit umzugehen, welche Strategien es gibt, wenn die >>Grenzen mehrerer Menschen gerade nicht gut zueinander passen.
"Wenn Gleichwürdigkeit in Familien einzieht,
wir auf Augenhöhe in Kontakt kommen,
dann verringern sich meist automatisch die Konflikte."
Jesper Juul
FAQ - Bereich
häufig gestellte Fragen zum gleichwürdigen Umgang mit Kindern
Mit Kindern auf Augenhöhe umgehen; das Thema ist in vieler Munde und sorgt für einiges an Missverständnissen.
Die einen sorgen sich, dass es dann nur noch um die Belange des Kindes gehen könnte, die anderen überfordern sich, weil sie nur noch die Belange des Kindes in den Mittelpunkt stellen.
Worauf Du achten kannst, beschreibe ich hier:
Zudem möchte ich wirklich betonen: Es geht nicht darum, perfekt zu sein.
Wir alle (ja ich auch!) sind manchmal verletzend und das nicht nur gegenüber unserer Kinder.
Es geht darum, diese Situationen zu erkennen und entsprechend (wenn auch manchmal erst im Nachhinein)
damit umzugehen.
Es geht darum, verantwortungsvoll mit Situationen umzugehen, in denen wir die Augenhöhe verlassen müssen.
Zum Beispiel, wenn unser Kind nun einmal einfach pünktlich mit los muss, weil wir einen Zahnarzttermin haben.
Wie wir Eltern das hinbekommen, bespreche ich immer wieder für die ganz individuellen Situationen in meiner Familienberatung. >>hier kannst Du Dir ein Kennenlernen in meinem Kalender reservieren.
1. Wie kann ich Augenhöhe & Gleichwürdigkeit herstellen?
Ich nutze eine Eselsbrücke für den Umgang mit Kindern auf Augenhöhe. Ich interagiere so, wie ich es auch mit einem Erwachsenen tuen würde. Da ist Belohnen & Bestrafen schon raus ;-).
Bevor ich also etwas zu meinem Sohn sagen will, überprüfe ich kurz, ob ich die gleiche Herangehensweise im Gespräch in der Interaktion mit einem anderen Erwachsenen nutzen würde. Beantworte ich mir diese Frage mit 'Nein', dann überlege ich noch einmal.
Blog über den Wert: Gleichwürdigkeit
In diesem Artikel beschreibe ich die Herkunft des Wortes und erläutere an Beispielen, wie Gleichwürdigkeit im Alltag mit Kindern gelingt. Der Wert Gleichwürdigkeit wurde von Jesper Juul geprägt.
Wie schaffe ich es, dass mein Kind mehr aus KiTa & Schule erzählt?
- Erzähl zunächst von Dir, von Deinem Tag, Deinen Erlebnissen mit KollegInnen oder FreundInnen. Was gab es denn bei Dir zu Mittag?
- Wenn Du fragst, sei persönlich und konkret. Dein Kind hat Dir erzählt, dass es heute die Lehrerin fragen möchte, ob sie Fußball spielen können? Frag, ob es geklappt hat. Dein Kind hatte überhaupt kein Bock auf Mathe heute? Frag es, wie sch.. es war.
So erspürt Dein Kind, dass Du ihm auf Augenhöhe begegnest. Es spürt, dass Du wirklich interessiert bist und zuhörst.
Dein Kind fühlt sich mit seiner Persönlichkeit wahrgenommen. Wir sprechen davon, die eigene Integrität zu spüren.
Blog über den Wert: Integrität
In diesem Artikel beschreibe ich den Wert Integrität, der für mich zu Anfang so schwer greifbar war. Du wirst sehen, dass er eng im Zusammenhang mit persönlichen Grenzen und unserer Autonomie steht.
Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind lügt?
Ist das Lügen die neue Superkraft Deines Kindes, geh spielerisch und humorvoll darauf ein: "Was, es war ein Pferd zu Besuch im Kindergarten? Gibt's doch nicht. Hat es mit Euch am Tisch gesessen? Mochte es auch die Nudeln?"
Ist der Dialog mit Deinem Kind schwierig? Lügt es, weil es mit Strafe oder Moralpredigt rechnen muss?
Dann bleib im Gespräch auf der Sachebene und unterstütz Dein Kind, die Situation sichtbar zu machen.
Es geht jetzt erst einmal nicht ums 'Zugeben' oder 'Recht haben', es geht jetzt in erster Linie darum, dass Du eine vertrauensvolle Ebene schaffst.
"Ich habe von dem Vorfall in der großen Pause gehört. Du scheinst sehr sauer auf Deinen Freund gewesen zu sein. Was hat Dich so geärgert?" .. "Ah, verstehe. Es gab ein Faul und er hat Dir den Ball für den Einwurf nicht gegeben." .."Und dann hast Du ihn vor Wut getreten. Mhh." .. Das Kind öffnet sich jetzt in der Regel und erzählt, dass es das eigentlich nicht machen wollte, aber... Auch das spiegeln wir (nur): "Und dann hast Du ihn getreten. Hat es ihm sehr weh getan? Wie hat er reagiert?" ... der Dialog wird noch ein wenig weiter gehen. Am Ende könntest Du fragen: "Was magst Du jetzt tun? Brauchst Du meine Unterstützung?" Vielleicht möchte das Kind für das andere Kind etwas Malen oder Süßigkeiten vorbei bringen, benötigt die Telefonnummer für einen 'tut mir leid - bleiben wir Freunde - Anruf' oder hat eine ganz andere Idee.
Wenn diese Art von Dialogen bisher in Deiner Familie nicht so üblich sind, dann gib Euch bitte Zeit.
Dein Kind wird es zunächst ungewöhnlich finden und sich wahrscheinlich nicht im ersten 'heiklen' Gespräch öffnen.
Es muss zunächst Vertrauen finden und erfahren, dass es mit Besserwisserei, Moralisierung und Bestrafung wirklich vorbei ist.
Was braucht mein Kind von mir, wenn es sich aggressiv zeigt?
- Zeig Interesse
- sei (gesund!) neugierig
- Geh so oft wie möglich in den Dialog mit Deinem Kind
- Sei einfühlsam, schenke Anerkennung ohne zu (be)werten
- Gib persönliche Rückmeldung
Wenn die Lage sich bereits zugespitzt hat. Ihr schon lange in angespanntem Verhältnis seid. Immer wieder Anrufe der KiTa oder Schule kommen.
Dann zögere nicht und lass Dich unterstützen. Du bist nicht allein. Ich begleite einige Eltern auf diesem Weg.
Denn nicht zuletzt leben wir in einer Zeit, in der Kinder mehr Druck und mehr Alltagsstress ausgesetzt sind, als wir es früher waren. Da braucht es oft mehr als ein paar nette Worte.
>>hier kannst Du Dir ein unverbindliches Erstgespräch mit mir buchen.
Hallo! Ich bin Imke - Deine Familienexpertin.
Mit mir erlebst Du, wie Erziehung auf Augenhöhe in Deiner Familie gelingt!
Ich begleite Dich in eine liebevolle Verbindung auf Augenhöhe zu Deinem Kind, in der Du die klare Führung behältst und Dein Kind in der Entwicklung kompetent begleitest.
Lass' uns kennenlernen und besprechen, wie ich Dich unterstützen kann.





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