Erziehungstipps: meine 10 Geheimnisse gelassener Erziehung

Nie war die Verunsicherung in Erziehungsfragen so groß wie heute.

Begriffe wie peaceful parenting, bo-Erziehung (was für bindungsorientiert, beziehungsorientiert und bedürfnisorientierte Erziehung steht) oder attatchment parenting geistern gemeinsam mit Gleichwürdigkeit und Augenhöhe durch Bücher, Posts und Beiträge.

 

Allen gemein ist der Wunsch nach einer harmonischen Familie, mit viel Verständnis und wenig Streit.

 

Denn wir Eltern von heute wollen es anders machen. Und das ist sehr gut so.

Das einzige was fehlt ist Erfahrung. Unsere Vorbilder aus der eigenen Kindheit haben meist anders interagiert und diese Muster sitzen tief. Uns fehlen also konkrete Ideen gerade für die Situationen, wo unser Kind ganz anderer Meinung ist als wir..

 

Man denke nur an all den Stress in Familien morgens früh, wenn es darum geht einigermaßen pünktlich und vielleicht nicht im Schlafanzug aus der Tür zu kommen.

 

"In den Büchern klingt das immer so gut", sagte eine Kundin kürzlich zu mir. "Doch wenn ich dann in dieser Situation bin, mein Kind mich anschreit, weil ich das Brot falsch geschnitten habe, dann weiß ich so schnell eben doch nicht, was ich machen soll .. und sage dann Sachen, die ich so nie sagen wollte!"

 

In diesem Blogartikel habe ich Dir einmal meine 10 Geheimnisse für eine Erziehung auf Augenhöhe zusammengetragen.

Und ja, ich bin überzeugt, dass sie uns gelassener machen können und die Kinder ruhiger durch den oft hektischen Alltag schifft.

 

Es sind die 10 Dinge, bei denen ich erlebe, dass in den Familien, die ich in meinem Beratungen individuell begleite, oft direkt Entspannung eintritt.


Bleibt gelassen!

Genießt einander und die Kinder.

Eine bessere Erziehung gibt es nicht.

Jesper Juul

Zitat von Jesper Juul über heilende Beziehungen


Infobox zu meinen Ideen für einen gelassenen Familienalltag

  • Alle meine Impulse

    beruhen auf den Ansätzen eines bindungs- und beziehungsorientierten Umgangs mit Kindern.

  • Ich orientiere mich

    an den 4 Werten, die Jesper Juul für familylab formuliert hat. Die Werte lauten Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität und Verantwortung.

  • Zentral ist für mich

    die Absicht eines jeden zu sehen, das gerade bestmögliche zu tun und so auf Augenhöhe und wertfrei zu interagieren.

Imkes 10 Erziehungstipps für mehr Gelassenheit im Überblick

1. Lass die Lösung los!
2. Erkenne Lernprozesse und vertrau der Kompetenz Deines Kindes.

3. Überlasse Deinem Kind persönliche Verantwortung.

4. Vertrau Dir! Du bist SpezialistIn für dein Kind.

5. Löse herausfordernde Situationen spielerisch mit Bindungsspielen.

 

6. Vertrau auf die Vorbildwirkung.

7. Genieß die Hilfsbereitschaft Deines Kindes.

8. Schau auf die Dinge, die gut & schön sind.

9. Finde die Ursache statt an Symptomen 'rum zu erziehen'.

10. Schluss mit Rechthaberei & Machtkämpfen!

 


eine 1: Erste Idee für eine gelassene Erziehung

'Lass die Lösung los'

Anerkennen, was ist, statt eifrig die eigene Lösung zu verfolgen.

Beispiel: 

Lass Deine (vorgefertigte) Lösung ziehen, behalte sie höchstens im Hinterkopf und sprich zunächst aus, was Du siehst. Höre, wie Dein Kind die Situation sieht. Verstehe, in welcher Welt Dein Kind gerade ist. Allein dieser Austausch ist oft ‚Lösung‘ genug.

eine 2: Zweite Idee für eine gelassene Erziehung

'Erkenne Lernprozesse und vertrau der Kompetenz Deines Kindes'

Kinder sind kompetent. Sie zeigen uns, wenn sie für den nächsten Entwicklungsschritt bereit sind. Sie sind Meister autodidaktischen Lernens durch Nachahmung. Seien wir gute Vorbilder und schenken Vertrauen in diese wunderbaren Fähigkeiten.

 

Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht, 

Lehne Dich also zurück und begleite die Lernprozesse Deines Kindes mit Geduld & Ruhe.

 

Beispiel:

Kleinkinder und Kindergartenkinder lernen durch Nachahmung, nicht durch Unterweisung. Das Essen lernen sie beispielsweise doppelt so schnell, wenn wir sie einfach Nachmachen lassen und gute Vorbilder sind als wenn wir versuchen, es ihnen ‚beizubringen‘.

 


Kennst Du schon mein Handbuch für mehr Gelassenheit?

Handbuch für mehr Gelassenheit im Familienalltag

 

Mit Reflexionen für mehr Gleichwürdigkeit in Deiner Familie:

 

Bedürfnisse (er)kennen.

Gespräche auf Augenhöhe führen.

Anerkennung schenken



eine 3: Dritte Idee für eine gelassene Erziehung

'Überlasse Deinem Kind persönliche Verantwortung'

Wir bekommen die persönliche Verantwortung von unseren Kindern mit der Geburt nur geliehen.

Sie sind zu dem Zeitpunkt einfach nicht in der Lage persönliche Verantwortung für sich zu übernehmen. Sie können sich nicht anziehen, ernähren oder sich die Windel neu machen geschweige denn zum Klo gehen.

Ich stelle es mir so vor, dass sie uns ihre Verantwortung, wie so einen Becherstapel, mit der Geburt in die Hand drücken.

Intrinsisch angetrieben fordern sie die Becher dann Schritt für Schritt von uns zurück.

Eigentlich brauchen wir nur sensibel für die Signale sein, denn in diesem Moment beginnt jeweils ein sehr kompetenter und geduldiger Lernprozess, der in uns Menschen angelegt ist.


Der Lernprozess folgt dem Prinzip ‚ausprobieren-irren-korrigieren-verbessern-neu ausprobieren-…‘.

 

Zunächst mögen es noch harmlose Dinge sein, wie die kurze Hose bei kühlem Wetter. Doch um so älter die Kinder werden, um so mehr Mut braucht es wohl von uns Eltern, die Selbstständigkeitsentwicklung unserer Kinder gelassen zu begleiten.

 

Denn nein, wir lassen sie nicht alleine, doch wir unterstützen und helfen nicht einfach ungefragt. Wir bieten Unterstützung und Hilfe an, sind da wenn es schwierig wird. Wir bieten Hilfe an, drängen sie jedoch nicht auf. Wir bieten unser Wissen an, verbessern belehren oder 'besserwissern' aber nicht.

eine 4: Vierte Idee für eine gelassene Erziehung

'Vertrau Dir: Du bis SpezialistIn für Dein Kind'

Eltern dürfen sich und ihrem Erziehungsstil vertrauen. Versuch Dich nicht von den zahlreichen Kommentaren und Meinungen anderer verunsichern zu lassen. Es gibt nicht den "einzig richtigen" Weg. Erziehung ist so individuell wie die Familie.

 

Indem Eltern auf ihr Bauchgefühl hören und sich auf ihre Intuition verlassen, können sie eine authentische und liebevolle Beziehung zu ihren Kindern aufbauen.

 

Ich beobachte nur, dass vielen dieses Bauchgefühl abhanden gekommen ist. Aus meiner Sicht reagieren wir oft viel zu kopflastig, zu methodisch und dann geht der Kontakt zum Kind verloren.

Dann fehlt Orientierung und es wird schwierig, wir verstricken uns in Machtkämpfe.

 

Es ist normal, dass es in der Erziehung Herausforderungen gibt, und es ist in Ordnung, Fehler zu machen. Diese Erfahrungen tragen zur persönlichen Entwicklung bei und helfen, als Familie zu wachsen.

 

Und, ob Du es willst oder nicht.

Konflikte, Streit und Emotionen gehören ebenso zum Alltag von Familien.

Die Frage ist nur, wie wir diese Momente erleben. Fühlen wir uns dennoch gesehen und wertvoll für die Familie?


Dir fällt es schwer, Dein Bauchgefühl zu spüren?

Dann lass uns zu einem ersten unverbindlichen Gespräch verabreden und besprechen, welches Dein sinnvoller nächster Schritt sein kann.

 

Mein WegweiserGespräch findet online per zoom statt.

Ich nehme mir 30 Minuten für Dich und Deine aktuelle Herausforderung Zeit.



eine 5: Fünfte Idee für eine gelassene Erziehung

'Löse herausfordernde Situationen spielerisch mit Bindungsspielen'

Bindungsspiele, wie sie von Aletha J. Solter beschrieben werden, sind eine wertvolle Methode, um die emotionale Verbindung zwischen Eltern und Kindern zu stärken.

Diese Spiele fördern nicht nur die Bindung, sondern auch das emotionale Wohlbefinden der Kinder.

Solter betont, dass spielerische Interaktionen, die auf Vertrauen und Sicherheit basieren, entscheidend sind, um eine gesunde Beziehung aufzubauen.

Link zum Buch über Bindungsspiele

Buch: Spielen schafft Nähe - Nähe löst Konflikte

Eine Aufzeichnung meines Vortrags über Bindungsspiele


Bindungsspiele sind oft einfach und benötigen keine speziellen Materialien.

Alle Arten von 'verstecken spielen', helfen bei Trennung, Abschied oder Übergaben. Sie erleichtern auch die Eingewöhnung.

Nachahmungsspiele geben Sicherheit.

In Rollenspielen verarbeiten Kinder oft Erlebnisse. Zum Beispiel die Angst vorm Hund. Oder sie üben Verhaltensweisen. Zum Beispiel Konfliktsituationen.

Im Machtumkehrspiel verarbeiten Kinder, wenn sie Macht ausgesetzt waren. Zum Beispiel nach einem langen Schul- oder Kindergartentag.

 

Bei all diesen Spielen und beim Spielen mit Kindern grundsätzlich, ist die Qualität der Interaktion wichtiger als die Dauer. Sei also wirklich präsent und aufmerksam im Spiel.

Indem Eltern aktiv und einfühlsam auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen, können sie eine tiefe Bindung aufbauen, die ein Leben lang hält.

 

Insgesamt sind Bindungsspiele eine wunderbare Möglichkeit, die Beziehung zu stärken und gleichzeitig die emotionale Entwicklung von Kindern zu unterstützen.

eine 6: sechste Idee für eine gelassene Erziehung

'Vertrau auf die Vorbildwirkung'

Zwei Kinder, die ein Grimase machen; darüber das Zitat: Kinder kann man nicht erziehen, sie machen einem eh alles nach.

Kinder lernen vor allem durch Nachahmung. Sei ein gutes Vorbild, indem Du selbst ruhig und respektvoll agierst. Wenn Du in stressigen Situationen Gelassenheit zeigst, wird Dein Kind lernen, ähnliche Strategien anzuwenden.

Die Vorbildwirkung von Eltern auf ihre Kindern ist ein entscheidender Faktor in der Erziehung. Kinder lernen nicht durch Worte, sondern vor Allem durch das Verhalten ihrer Eltern. Sie beobachten, imitieren und internalisieren die Handlungen, Einstellungen und Werte ihrer Bezugspersonen.

Wenn Eltern beispielsweise Respekt, Empathie und Offenheit vorleben, sind die Kinder eher geneigt, diese Eigenschaften ebenfalls zu entwickeln und in ihren eigenen Beziehungen anzuwenden.

eine 7: siebte Idee für eine gelassene Erziehung

'Genieß die Hilfsbereitschaft Deines Kindes'

Hilfsbereitschaft ist eine Form von Kooperation. Im Unterschied zum Pflichtbewusstsein ist sie intrinsisch motiviert. Die Kinder tun es gerne und aus freien Stücken. Motivator ist es, ein wertvoller Teil der Gemeinschaft zu sein.

Das Pflichtbewusstsein hingegen ist eher extrinsisch motiviert. wer darauf baut, nutz wahrscheinlich gerne Sternchen-Bords, Belohnungen und Verstärkermodelle.

Wann Kinder gerne kooperieren (und sich Hilfsbereitschaft zeigt) liest Du in >>diesem Blogartikel.

eine 8: Achte Idee für eine gelassene Erziehung

'Schau auf die Dinge, die gut & schön sind'

Es ist entscheidend, den Fokus in der Erziehung auf die Ressourcen und Stärken von Kindern zu legen, anstatt auf ihre Schwächen und Defizite.

Jedes Kind bringt einzigartige Talente, Interessen und Fähigkeiten mit, die es zu entdecken gilt. Wenn der Blick auf die Stärken gerichtet ist, fühlen sich Kinder ermutigt, neue Herausforderungen anzunehmen und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. 

Statt sich also auf das zu konzentrieren, was ein Kind nicht kann, ist es viel wirkungsvoller, es in seinen Interessen zu bestärken und ihm die Möglichkeit zu geben, in Bereichen, in denen es glänzt, zu wachsen.

eine 9: Neunte Idee für eine gelassene Erziehung

'Finde die Ursache statt an Symptomen rum zu erziehen'

Wird es schwierig, ist die Gefahr besonders groß, in alte Muster zurückzufallen.

Wir hören uns dann Sätze sagen, wie: "Das muss doch Konsequenzen haben!" oder "So ein Verhalten kann man nicht durchgehen lassen!"

Ich bin überzeugt, dass alles Verhalten von Kindern einen Sinn hat und möchte Verhalten in Aussagen übersetzen.

Wenn wir auf das Verhalten reagieren, doktern wir an Symptomen rum.

Wenn wir verstehen, was das Kind uns sagen will, dann können wir wirklich helfen.

 

Beispiele:

Ein Kind das beißt, haut und tritt erfährt meist Grenzüberschreitungen. Dazu braucht es einen Dialog und nicht zum beißen, hauen und treten.

Ein Kind das im Unterricht stört oder immer wieder Streit anzettelt, fühlt sich meist nicht so wahrgenommen wie es das braucht. Ihm fehlt das Gefühl, ein wichtiger Teil der Gemeinschaft zu sein.

 

In meinen Beratungen finden wir die Ursache. Buch Dir >>jetzt ein WegweiserGespräch, um mit mir zu besprechen, welches Dein nächster sinnvoller Schritt sein kann. Das Gespräch ist unverbindlich und kostenfrei. Wir treffen uns per zoom und nehmen uns 30 Minuten Zeit.

eine 10: zehnte Idee für eine gelassene Erziehung

'Schluss mit Rechthaberei & Machtkämpfen'

Sag Ja zum Wunsch des Kindes und manchmal nein zur Umsetzung.

Es ist ok, vorm Abendessen Lust auf etwas Süßes zu haben oder jeden Tag nach der Schule gerne ein wenig Fernsehen zu schauen. Ob wir Eltern es dann erlauben, ist ja ein anderes Thema.

"Wir müssen nicht alles tun, was unsere Kinder wollen. Doch wir können uns dafür interessieren.", sagt Jesper Juul dazu.

Schleife zu 'Lass die Lösung los'


Hallo! Ich bin Imke - Deine Familienexpertin.

Mit mir erlebst Du, wie BO Erziehung in Deiner Familie gelingt!

Ich begleite Dich in eine liebevolle Verbindung auf Augenhöhe zu Deinem Kind, in der Du die klare Führung behältst und Dein Kind in der Entwicklung kompetent begleitest.

Lass' uns kennenlernen und besprechen, wie ich Dich unterstützen kann. 

Imke Guzewski familylab-Seminarleiterin

Gelassene Erziehung ist eine wertvolle Herangehensweise, die nicht nur das Wohlbefinden der Kinder, sondern auch das der Eltern fördert. Es erfordert Bewusstsein, Geduld und vor allem Liebe. Indem wir eine liebevolle, respektvolle und unterstützende Umgebung schaffen, legen wir den Grundstein für ein harmonisches Familienleben und gesunde, glückliche Kinder.

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