Warum Augenhöhe nicht bedeutet, dass es immer harmonisch und einvernehmlich sein muss.
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als unser Sohn so drei/vier Jahre alt war. Diese Szene erlebte ich damals gefühlt jede Woche: Spielplatz, später Nachmittag. Ich sage: "Ich will jetzt los." Er guckt mich an, sagt: "Will ich nicht!" und stapft weiter.
Und da war er dann, dieser Moment, den vermutlich jede Mutter und jeder Vater kennt: Ich will doch zugewandt sein. Ich will mein Kind ernst nehmen, seine Bedürfnisse sehen, auf Augenhöhe mit ihm sein. Und jetzt steht er da und will natürlich nicht mit mir losgehen. Ich spüre, wie in mir der Impuls kitzelt zu erklären. Hilft natürlich nicht. Dann wird es schon schwieriger, ich fühl mich immer mehr ohnmächtig der Situation gegenüber und blöde alte Sätze kochen in mir hoch: "Dann geh ich alleine." oder "Wenn Du jetzt nicht ..., dann ..." – Ihr kennt sie bestimmt auch, diese Sätze, die irgendwo aus der eigenen Kindheit hochkommen und die wir nie sagen wollten.
Genau solche Situationen bespreche ich heute fast täglich in meinen Elternberatungen.
Eltern erzählen mir: "Ich will zugewandt sein, Imke. Aber dann kommt der Konflikt, die Wut vom Kind, manchmal auch meine eigene – und ich falle zurück in alte Muster." Und dann die Frage, die eigentlich hinter allem steht: "Wie begleite ich mein Kind auf Augenhöhe – und wie geht das dann mit den Konflikten?" (25 am Tag sind übrigens normal :))
Wichtige Fakten zum Thema Augenhöhe mit Kindern
- Augenhöhe geht nicht immer
Wir dürfen (und müssen) sie zeitweise verlassen und sind in der Verantwortung für die Folgen.
- Grenzen ernst nehmen ..
bedeutet nicht, allen Wünschen des Kindes nachzugeben oder unsere Grenzen immer durchsetzen zu müssen.
- Keine Konflikte zu haben ..
bedeutet nicht, dass wir in besserem Kontakt mit dem Kind sind.
- Keine Wutausbrüche ..
sind kein Erziehungserfolg.
Inhaltsverzeichnis
1. Augenhöhe ist kein Zustand, der immer gegeben sein muss!
2.Deine Verantwortung macht den Unterschied.
3.Mit Authentizität und Integrität könnt Ihr Euch gut spüren.
4. Welches Geschenk die Emotionen Deines Kindes für Dich sein können.
5. Diese 4 Werte von Jesper Juul dürfen Deine Orientierung sein.
Augenhöhe ist kein Zustand, der immer gegeben sein muss!
So wie ich es in Gesprächen mit Eltern erlebe, liegt genau hier das Missverständnis: Augenhöhe wird behandelt wie ein Zustand, den man erreichen und dann bloß nicht mehr verlassen darf. Als wäre jedes "Nein" schon ein Verrat an der Beziehung. Aber genau das stimmt so nicht.
Augenhöhe ist das, was Jesper Juul Gleichwürdigkeit nennt. Es bedeutet, dass alle Menschen die gleiche Würde haben, mit Ihren Wünschen und Ideen oder Grenzen ernst genommen zu werden. Es bedeutet nicht, dass Erwachsene und Kinder die gleichen Rechte haben. Es geht also nicht darum, es immer allen recht zu machen, denn das geht einfach nicht. 'Wir müssen uns auch einmal unbeliebt machen.'; sagte Matthias Voelchert (Gründer familylab Deutschland) recht häufig.
Also ja, manchmal müssen wir die Augenhöhe verlassen. Es sind die Situationen, in denen ich meinen Willen über den meines Kindes stelle oder Entscheidungen für die Familie treffe, die nicht alle so toll finden. Auf dem Spielplatz, bei der Entscheidung, welches Kind im Ferienhaus in welchem Bett schläft oder in der Eisdiele bei der Frage 'Eisbecher oder je eine Kugel'.
Das ist ein Teil der liebevollen Führung der Familie und entscheidend ist, wie ich das tue.
Schwierig wird es dann, wenn ich meine Verantwortung als Erwachsener für die Qualität der Beziehung zum Kind und/oder für die Familienstimmung oder meine Stimmung ans Kind übertrage.
Deine Verantwortung macht den Unterschied.
Hier kommt ein weiterer Wert von Jesper Juul ins Spiel: Die (persönliche) Verantwortung.
Für mich bedeutet Verantwortung an dieser Stelle etwas ganz Konkretes: Wenn ich unseren Sohn jetzt vom Spielplatz wegtrage, obwohl er noch bleiben will, dann trage ich auch die Verantwortung für die Wut, die dadurch in ihm entsteht. Ich sage nicht "Wenn Du jetzt nicht aufhörst zu schreien..." als wäre seine Wut sein eigenes Fehlverhalten.
Ich sage eher: "Ich weiß, Du bist total wütend, weil wir jetzt gehen. Das darf so sein. Ich bin bei Dir."
Was auch ein beliebter Satz von mir war: "Ja ich weiß, das fühlt sich schlimmn an. Gleich wird es Dir wieder besser gehen."
Hier liegt der Unterschied. Nicht ob ich Grenzen setze. Sondern ob ich für das, was dadurch beim Kind ausgelöst wird, geradestehe oder es ihm zuschiebe. Gleichzeitig kann die Situation ja auch bei mir unangenehme Gefühle auslösen: Genervtsein, Wut, Ohnmacht. Und auch für diese gefühle muss ich bereit sein die volle Verantwortung zu tragen.
Mit Authentizität und Integrität könnt Ihr Euch gut spüren.
Um Grenzen zu setzen, an denen sich Kinder gut orientieren können, brauchen wir ein gutes Gespür für unsere Bedürfnisse & Gefühle. Jesper Juul beschreibt dies in seinem Wert Integrität.
Fast automatisch geht damit einher, echt und wahrhaftig zu sein. Ich frage meine KlientInnen in Beratungen gerne: "Bist Du gerade im Kopf 'aus Prinzip' unterwegs oder in Deinem Bauch auf Basis Deiner Bedürfnisse?"
Und das macht für den Kontakt zu unseren Kindern wirklich einen riesigen Unterschied.
"Kinder testen keine Grenzen, sie suchen den Kontakt.", eines meiner meistzitierten Zitate von Jesper Juul.
Sie spüren uns viel besser, wenn wir uns echt & wahrhaftig zeigen, als wenn wir irgendwelche 'man muss' und 'wir wollen doch' aus dem Prinzipien-Kopf abspulen. Genau beschreibe ich das in meinem Artikel über den Wert Authentizität.
Vier Werte, ein Zusammenspiel. Keiner davon funktioniert für sich allein – und genau deshalb beschreibe ich sie auch immer wieder gemeinsam.
Welches Geschenk die Emotionen Deines Kindes für Dich sein können.
Das ist übrigens die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird.
"Imke, mein Kind wird so wütend .. wegen nichts!?! Ich hab das Brot falsch geschnitten, der Teller hat die falsche Farbe, wir wollen aufbrechen; vom Spielbesuch, dem Spielplatz oder morgens zum Kindergarten. Oh je.. morgens.. das ist ein riesen Thema. Was kann ich nur tun? Ich will es harmonischer."
Genau für diese Situation habe ich in den letzten Jahren meine '5 Stufen im Konflikt' entwickelt.
Sie haben schon mir damals mit Kleinkind (und heute auch noch mit meinem Pubertier!) Sicherheit gegeben.
In diesem Artikel beschreibe ich sie Dir: Vom ersten einfühlenden Dialog über die klare, authentische Entscheidung bis zur Ruhe, die danach immer kommt!
Das Wichtigste vorab: Die Wut geht vorbei. Immer. Und Dein Kind lernt gerade etwas sehr Wertvolles dabei. Es lernt mit Frustration umzugehen, weil Du zugewandt bleiben kannst.
Diese 4 Werte von Jesper Juul dürfen Deine Orientierung sein.
Ich erlebe in meiner Beratung so oft Eltern, die zwischen zwei Polen hin- und herpendeln: Entweder streng nach altem Muster oder komplett nachgeben, aus Angst, sonst nicht mehr "auf Augenhöhe" zu sein. Beides führt nicht wirklich zu einer guten Beziehung.
Die 4 Werte von Jesper Juul waren für mich 2013, kurz nach der Geburt meines Sohnes, eine Erleuchtung. Sie haben bei mir offene Türen eingerannt. Seitdem sind sie meine wertvolle Orientierung.
Gerne mag ich Dich begleiten: Raus aus dem Gefühl, es falsch zu machen, egal was ich tue, und rein in eine klare, warme Führung, mit der Du gut leben kannst. Und Dein Kind auch.
Lass' uns gerne zu meinem kostenfreien WegweiserGespräch per zoom verabreden.
Dort kannst Du mir in Ruhe erzählen, was bei Euch gerade so los ist, und wir überlegen gemeinsam, ob eine Begleitung oder ein Kurs oder ein bestimmter Blog-Artikel für Dich und Deine Familie hilfreich ist.
>Hier kannst Du Dir einen Termin in meinem Kalender aussuchen.
ZITAT
„Die Erkenntnis, das Eltern stets das Beste wollen, dies aber nicht immer leisten können, ist die beste Begründung, um ihren Kindern offen und ehrlich gegenüberzutreten."
Jesper Juul
Ich habe ein Handbuch verfasst, in dem ich Dir die ersten so wertvollen Schritte im Konflikt beschreibe. Es greift auch das Thema Gleichwürdigkeit & Grenzen auf.
Es enthält konkrete Beispiele der Einfühlung.
Es zeigt, wie wir unser Kind spüren lassen,
dass wir es mit seinen Wünschen ernst nehmen.
UND es beschreibt, wie Du Dich mit Deinem Anliegen zeigst und durchsetzen kannst - ohne Dein Kind zu verletzen.
Das Handbuch ist gratis für Dich!
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Hallo! Ich bin Imke - Deine familylab Familienberaterin & Seminarleiterin
Mit mir erlebst Du, wie Erziehung auf Augenhöhe in Deiner Familie gelingt!
Ich begleite Dich in eine liebevolle Verbindung auf Augenhöhe zu Deinem Kind, in der Du die klare Führung behältst und Dein Kind in der Entwicklung kompetent begleitest.
Lass' uns kennenlernen und besprechen, wie ich Dich unterstützen kann.






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